Piñatas selber bauen ist gar nicht schwer, dauert aber laaaange!

Man muss entsprechend der gewünschten Form einen oder mehrere Luftballons zusammenkleben, für meinen Geist hatte ich eine Art Barbapapa-Form aus einem großem, einem kleinen Luftballon und für den geschmeidigeren Übergang noch einen langen Modellierballon, den ich als Halskrause um die Ansatzstelle gelegt habe. Die Luftballons habe ich einfach mit Tesa zusammengeklebt. Man könnte auch Pappbecher aufkleben oder ähnliches, je nachdem welche Form man braucht.

Nun mit Zeitungspapier (in Streifen gerissen) und Kleister oder – so habe ich es gemacht – mit Zeitungspapier und Bastelleim 2:1 mit Wasser vermischt bekleben.

Anfangs habe ich das ganz tussihaft mit dem Pinselchen aufgetragen, jetzt weiß ich dass man die Streifen am besten in den Kleber tunkt und alles schön verschmiert auf dem Ballon und die Lagen zueinander versetzt, also nicht immer alles in eine Richtung klebt..

Hier hatte ich ja schon ein Bild vom Zwischenstand gezeigt….

IMGP4732Nein, wir haben keine Blanko-Zeitung, ich kam auf die Idee, die letzte Lage mit Stickvlies zu machen, damit ich am Ende nicht anmalen muss – hat auch gut funktioniert.

Nach 3-4 Lagen Papier und einer Lage Stickvlies und einigen Trocknungszeiten (der Heizlüfter im oberen Bild hat sehr dabei geholfen) habe ich dem Geist die Schädeldecke aufgeschnitten und Massen an kleinen Süßigkeiten und Geschenkchen (bei uns waren es Minispinnchen aus Plastik und Draculagebisse) eingefüllt, dann mit einer Lage Zeitungspapier den Schnitt wieder zugeschmiert.

Zu dem Zeitpunkt hätte man die Befestigung anbringen können – Schussel bohren später seitlich zwei Löcher und ziehen mit einer langen Nadel eine Schnur durch. Es empfiehlt sich, die Stellen für die Aufhängung vorher etwas zu verstärken.

Nun habe ich aus Krepppapier Streifen geschnitten, die zur Hälfte fransig eingeschnitten und rundherum aufgeklebt (mit der Heißklebepistole, das Zeug klebt nur ganz schwer!) und noch Augen und Mund aus Tonpapier aufgeklebt und so konnte die Geiser-Piñata schon das Wohnzimmer zieren, als die Gäste kamen:

IMGP4813(Im Hintergrund noch Spinnenweben über Mias Minikaufladenecke, nur die 3 Papaier schwänzchen gehören zur Piñata aber bessere Bilder habe ich nicht)

Insgesamt habe ich mehrere Tage immer mal wieder ne halbe Stunde daran gebastelt.

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Für unsere Gruselparty haben wir folgende Geschichte erfunden:

Der liebe Geist Kasimir war an Halloween mit den anderen Geisterkindern unterwegs und hat „Süßes sonst gibts Saures“ gemacht und viele viele Süßigkeiten gesammelt.

Doch leider kam dann ein böser Geist (der nach den erschreckten Blicken einiger jüngerer Gäste in Gummibärchengeist umgetauft wurde) und hat alle Süßigkeiten geklaut.

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Nun haben wir uns mit dem lieben Geist und mit Taschenlampen bewaffnet auf die Suche nach Geisterspuren gemacht – in der ganzen Straße standen versteckt kleine Lichter mit Geisterbildern, auf denen Stand wie man Geister erschrecken kann… da wurde geheult wie die Geister, Wunderkerzen und Knallerbsen sorgten für Krach und Blitze und weil Geister MENSCHEN am allermeisten fürchten, haben wir gaaanz laut „Ich geh mit meiner Laterne“ gesungen „Mitten in der Nacht, Mama, voll coool! (um halb sechs 😉  )

Schließlich haben wir dann eine lange Reihe gemacht, uns alle an die Hand genommen (an mir hingen ohnehin ein paar Kinder, denen die Nachtwanderung ein bissl schlimmschön-gruselig war) und sind mutig in Richtung Geist marschiert, der in unserem Carport hing!

IMGP4846Jaaa, Kinder, DIESER Geist hat alle unsere Süßigkeiten geklaut!

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Mit einem Gummibaseballschläger rückten wir ihm dann zu Leibe – die Piñata hing dabei an einem langen Seil über einem Balken, mein Mann hat am anderen Ende die Höhe reguliert, damit auch die Kleinen drankamen – bei ganz großen wilden Kids kann man so auch schön mal schnell die Piñata hochziehen, um den Schläger zu veräppeln 🙂

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Mia ist immer noch fasziniert, dass der böse Geist dann gerufen hat: Aua Aua, das tut doch weh! Und auch wenn Sie weiß, dass ich den lieben und Papi den bösen Geist gesprochen hat, glaubt sie doch insgeheim, dass es doch die Geister selbst waren.

Wir haben es geschafft, dass alle Kinder je 3x geschlagen haben, und erst dann hat der Geist den Geist aufgegeben!

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Wer Süßigkeiten klaut ist selbst schuld!

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Die Kinder haben mit großem Hallo die Füllung aufgesammelt und untereinander verteilt. Ursprünglich darf jedes Kind so lange schlagen, wie ein kleines Liedchen gesungen wird :

Dale, dale, dale
No pierdas el tino
Porque si lo pierdes
Pierdes el camino…

Nachzulesen bei Wikipedia

Da unser Spanisch nicht so gut ist und wir so viele Kinder zu Gast hatten, haben wir es bei „jeder darf 3x schlagen“ belassen.

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Impressionen von der Feier:

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Überm Eingang eine riesige Spinne im Spinnennetz – im Hintergrund überall Spinnenweben, Fledermäuse und anderes Gruselzeugs –  Danke fürs Ausleihen Anne und Meike&Max!

Auf dem Tisch kleine Spinnen, unser Fünfarmiger Silberleuchter machte sich perfekt als Tischdeko…

IMGP4804und zu Futtern gabs Muffins, Geisterkekse (Keksbolde heissen die) und Wackelpudding mit Augäpfeln – eklig, oder? – zu trinken gab es Grusola, Hexentrunk, Monsterspucke & Geisterwasser.

Kennt ihr nicht?

Grusola – rot gefärbte  Fanta

Hexentrunk – Multisaft

Monsterspucke – Sprite mit blauer Lebensmittelfarbe

Geisterwasser – normales Wasser, durch das ein Geist geflogen ist

(das aber ganz bestimmt nur nach Wasser schmeckt)

Und ja, ich musste ungefähr 5x versichern, dass Hexentrunk ganz echt nur Multisaft ist und der Geist nur durch das Wasser flog, aber nicht darin ist 🙂

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Fazit:

  • 12 Gäste sind viel, Mädchen und Jungs zu gleichen Teilen machen es aber erträglich und die Mädchen wollten abends alle helfen und decken den Tisch, genial!
  • 14 Kinder, die sich gleichzeitig anziehen sind unerträglich…
  • Ausziehen geht schneller, macht aber noch mehr Chaos.
  • Wenn man nur Gruppenspiele (Bällepusten, Luftballons- und Stoptanz) spielt, klappt es alles supergut.
  • Der liebe und der böse Geist aka Mami und Papi waren abends total k.o.

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Als wir abends den Tag nochmal Revue passieren ließen, sagte Jens: Hoffentlich macht er mir später auch mal so tolle Parties!

Ich sagte: Nein, hoffentlich macht er SEINEN Kindern mal so tolle Parties!

Bei der Gelegenheit:

Danke an meine Eltern für die wunderschönen Kindergeburtstage!

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Ui, das war lang…. ich geh mich mal ausruhen vom Feiern – denn schon heute in 2 Monaten steigt hier die nächste Kindergeburtstagsparty!

(Mia überlegt schon ob Katzenprinzessinnen oder Lillifee-Rehlein-Party – „aber teine böse Deist!!!“)

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